Dekarbonisierung, Elektrifizierung, Flexibilisierung

Erfahrungen und Tips aus der 2026 Gebotsrunde für CO2-Differenzverträge


In Kürze:

Am 09. September 2026 schloss die Gebotsrunde 2026 für deutsche CO2-Differenzverträge. Unternehmen der Baustoff-, Stahl- und Chemieindustrie ließen sich von GALLEHR+PARTNER® unterstützen, um komplexe Projekte zu identifizieren und zu entwickeln, mit denen energieintensive Produktionsprozesse dekarbonisiert und elektrifiziert bzw. der Energie­bezug flexibilisiert werden. Eingereicht wurden Verpflichtungen zu Investitionen in einer Höhe von fast 50 Mill. EUR. Aus dem Antrags- und Gebotsverfahren lassen sich eine Reihe an Erkenntnissen gewinnen, wie sich derart komplexe Projekte bis zur Entscheidungsreife entwickeln lassen.


Am 09. September 2026 schloss die Gebotsrunde 2026 für deutsche CO₂-Differenzverträge (Carbon Contracts for Difference – CCfD), vormals Klimaschutz­verträge (KSV) genannt. Wie schon in der ersten Gebotsrunde 2023/2024 begleitete das Team von GALLEHR+PARTNER® auch diesmal eine Reihe von Unternehmen aus unterschiedlichsten Branchen im offiziellen Vorverfahren sowie im eigentlichen Gebotsverfahren. In Summe verpflichten sich diese bei Förderbewilligung, ca. 1,9 Millionen Tonnen CO2-Emissionen (Scope 1) bis zum Ende der Vertragslaufzeit einzusparen.

Aus den Erfahrungen mit der zweiten Gebotsrunde hat das Team von GALLEHR+PARTNER® Empfehlungen erarbeitet, die allgemein dabei helfen können, Investitions­potentiale zu identi­fizieren und darüber zu entscheiden. Sie sind ebenso hilfreich beim Umgang mit End-of-Life-Assets, etwa wenn es um die Bewertung von Brownfield Projekten und dem Ermitteln etwaiger Modernisierungs- oder Abwicklungspfade geht.

  1. Rechtzeitig investive Maßnahmen prüfen und planen
  2. Schrittweise Projektideen zur entscheidungsreifen Umsetzungsplanung verdichten
  3. Frühzeitig wichtige Entscheider und Stakeholder identifizieren und einbeziehen
  4. Entscheidungsrelevante Kennzahlen ermitteln
  5. Jedes Unternehmen ist einzigartig – Besonderheiten und individuelle Ausgangslagen sind die Regel
  6. Gerade unter unsicheren Rahmenbedingungen wirtschaftliche Chancen sichern

 

1. Rechtzeitig investive Maßnahmen prüfen und planen

In jedem Unternehmen gibt es Ideen zur Steigerung der Energie­effizienz, zur Dekarbo­ni­sierung oder Elek­tri­fizierung des Produk­tions­prozesses bzw. zur Flexibi­lisierung der Energie­nutzung. Woran es oft mangelt, ist ein strukturierter Prozess, um aus der Vielzahl von Ideen und technischen Optionen vielversprechende Kandidaten zu ermitteln, die technisch machbar, wirtschaftlich sinnvoll und für den operativen Einsatz reif sind. Wer sich Chancen sichern will, um für investive Maßnahmen Kapital und Fördermittel einzuwerben, Genehmigungsbehörden und externe Prüfern zu überzeugen sowie die Unternehmensleitung zu gewinnen, sollte rechtzeitig mit der Konzeptentwicklung und Umsetzungsplanung beginnen. Mit einem Prozess von mindestens zwei Jahren bis zur Entscheidungsreife (Final Investment Decision – FID) sollte dabei gerechnet werden. Die Zeit ist notwendig, um wirtschaftliche Kennzahlen zu ermitteln, technische Varianten zu prüfen und notwendige Kommunikations- und Vorentscheidungsprozesse anzustoßen.

2. Schrittweise Projektideen zur entscheidungsreifen Umsetzungsplanung verdichten

Kurze technische und wirtschaftliche Beschreibungen, eine erste Prüfung auf Wirtschaftlichkeit und Fördermöglichkeiten durch die öffentliche Hand, eine erste knappe Risikoabschätzung oder ein Abgleich mit den übergreifenden Unternehmenszielen – all das sind (neben weiteren Punkten) wesentliche Schritte, um Projektideen herauszufiltern, die vielversprechend für eine weitergehende Konzeptentwicklung sind. Die so entstandene Auswahl kann dann in Form einer strukturierten Machbarkeitsbetrachtung weiter auf ein zu entwickelndes Konzept verdichtet werden. So kann eine technische Variante, ein Entwicklungspfad bestimmt werden, für den ein technisch und wirtschaftlich robuster Umsetzungs- und Finanzierungsplan erarbeitet wird. Im Anschluss kann die Entscheidung des Managements über die Investition erfolgen (FID).

Seit mehr als einem Jahrzehnt unter­stützt das Team von GALLEHR+PARTNER® Unternehmen bei der Ein­führung und Um­setzung von technisch mach­baren und wirtschaft­lich sinn­vollen Maß­nahmen zur Flexibili­sierung und Defossili­sierung energie­intensiver Produktions­prozesse. Mit unserem Projektentwicklungsprozess ermöglichen wir sowohl die Vorbereitung von belastbaren Investitionsentscheidungen als auch die Dokumentation von klugen Maßnahmen und Projektideen. Des weiteren schafft eine solche Projektentwicklung die Grundlage für eine reibungslose Implementierung zukunftsfähiger Technologien.

3. Frühzeitig wichtige Entscheider und Stakeholder identifizieren und einbeziehen

Denjenigen, die innerhalb eines Unternehmens ein Projekt anstoßen oder prüfen wollen, ist anfangs oft nicht bekannt, welche Abteilungen und Personen als Kompetenzträger und als Mitentscheider für die Planung und Prüfung einer Maßnahme überhaupt relevant sind. Das können techni­sche Projekt­leiter und deren Ingenieure, Vertreter aus den Abteilungen Finanzen, Controlling, Recht, Energie­wirtschaft und Ein­kauf sowie Mitarbeiter aus der Haupt­verwaltung oder den lokalen Werken sein. Selbstverständlich gehören dazu auch Menschen aus den unternehmensinternen Investitionsgremien und – je nachdem – auch Dritte wie Anlagenbauer, Energieversorger und Vertreter von Behörden.
Doch selbst wenn die relevanten Gegenüber bekannt sind, kann es an Gelegenheiten und Wegen mangeln, mit diesen in Dialog zu treten. Wer immer auch im Unternehmen ein Projekt anstoßen will, sollte dafür sorgen, dass alle relevanten Ansprechpartner zu den jeweiligen Gelegenheiten produktiv einbezogen sind..

Auch die Art und Weise der Kommunikation verlangt Sorgfalt. Die Kommunikation sollte an die Bedürfnisse der spezifischen Stakeholder ausgerichtet sein – sowohl in horizontaler Hinsicht (bspw. Unternehmensabteilungen für Bau & Finanzen & Beschaffung & Personal, Investoren, Behörden, Lieferanten etc.) als auch in vertikaler Hinsicht (interne Berichts- und Entscheidungsebenen). Die Beschreibung von Projektideen sollte entsprechend an die Sprache, Kriterien und Entscheidungslogiken der jeweils einbezogenen Kommunikationspartner angepasst sein. Das Team von GALLEHR+PARTNER® ist darin geübt, auf unterschiedlichen Entscheidungsebenen zu kommunizieren und Vorhaben in unterschiedliche rechtliche, technische oder wirtschaftliche Entscheidungslogiken zu übersetzen. Gerne unterstützen wir auch dabei, Projektkonzepte unternehmensintern und extern zu präsentieren. Wir helfen eine angemessene Sprache zu finden, um diese entscheidungsreif bei den jeweilig relevanten Personen zu platzieren. Wir verstehen zudem die komplizierte Entscheidungsmentalität bei deutschen Behörden, Finanzmittelgebern und Gutachtern.

4. Entscheidungsrelevante Kennzahlen ermitteln

Die Auswahl der neuen, dekarboni­sierten Produktions- und Verfahrenstechnik muss die zukünftigen Entwick­lungen auf den Energie­märkten berück­sichtigen. Dazu gehört die Analyse und Trendabschätzung von Strom- und Brennstoff­preisen (inkl. Nebenkosten), CO2-Zertifikats­preisen im EU-ETS sowie den Auswirkungen des fortschreitenden Ausbaus von erneuerbarer Energien. Die Wirtschaftlich­keits­betrachtung sollte nicht isoliert von der Finanzierungs­planung erfolgen. Förder­mittel, Eigen­kapital­anteil, Fremd­finanzierung und mögliche steuer­liche Vorteile müssen in einem integrierten Ansatz abgebildet werden. Auch eine Sensitivi­täts­analyse mit Variation der Energie­preise, CO2-Zertifikats­preise, Produktions­volumen, Netz­entgelte oder Förde­rmittel ist wichtig.

All diese Einflussparameter sind individuell abzustimmen und festzulegen. Daraus sind dann die Kennzahlen zu entwickeln. So entsteht eine Art Armaturenbrett, das Orientierung für die nächsten Schritte ermöglicht.

5. Jedes Unternehmen ist einzigartig – Besonderheiten und individuelle Ausgangslagen sind die Regel

Die von GALLEHR+PARTNER® betreuten Projekte waren auch im Jahr 2026 hoch divers. Die Projekte, die von den beteiligten Unternehmen auf oberster Ebene geprüft und zur Entscheidung vorgelegt wurden, beinhalten so unterschiedliche Ansätze wie etwa den Einsatz von biogenen Kohlenstoffträgern, die Brennstoffsubstitition durch Wasserstoff und Biomethan oder die Elektrifizierung und Flexibilisierung heißer Prozesse. Das Ziel der Dekarbonisierungsprojekte bezog sich sowohl auf ganze Produktionsstandorte als auch auf die Produktionsprozesse spezifischer Produkte. Sie berühren gesellschaftlich hochsensible Bereiche (KRITIS-Infrastruktur) und Kernprodukte.

Eine ähnliche Diversität zeigt sich bei Unternehmen hinter den betreuten Projekten. Sie stammen aus den unterschiedlichsten Branchen (z.B. Baustoff-, Stahl- und Chemieindustrie) und unterschiedlichen Regionen Deutschlands (z.B. NRW, Sachsen-Anhalt, Bayern). Sowohl Konzerne als auch Familienunternehmen sind vertreten.

Kein Projekt gleicht dem anderen, jedes ist ausgesprochen individuell. So vielfältig die deutsche Industrie, so vielfältig die technischen, wirtschaftlichen Ansätze zur Dekarbonisierung, Elektrifizierung oder Flexibilisierung. In unserer langjährigen Beratungsgeschichte hat sich gezeigt: Kein Unternehmen weist eine so besondere Ausgangslage auf, dass eine Modernisierung von Prozessen und Produktionsstätten von vorneherein aussichtslos und eine Prüfung von Maßnahmen chancenlos ist. Mit einem strukturierten Findungsprozess und den geeigneten internen und externen Projektpartnern lassen sich nahezu immer auch investitionsintensive Maßnahmen entwickeln, die technologisch machbar, wirtschaftlich sinnvoll, finanzierbar und für den operativen Einsatz reif sind.

6. Gerade unter unsicheren Rahmenbedingungen wirtschaftliche Chancen sichern

Handelskriege, die Unterbrechung globaler Lieferwege für Öl und Gas, Expansions­bestre­bungen von Großmächten oder der menschengemachte Klimawandel – all das zwingt energieintensive Unternehmen, die Produktionsweisen neu zu gestalten. Gerade jetzt sollten Industrieunternehmen eine solide, rationale und zugleich risiko- und chancenbewusste Entscheidung darüber treffen, durch welche Projekte sie auch in Zukunft profitabel und krisenfest sein können.

Seit fast 30 Jahren ist GALLEHR+PARTNER® als Lotse für die Industrie in eine wettbewerbsfähige und klimafreundliche Zukunft tätig. Bei mehr als 150 Unternehmen konnten wir unser Know-how im Bereich Klimaschutz, Energieeffizienz und nachhaltigen Energiebeschaffung erfolgreich einbringen. Auch unter unsicheren Rahmenbedingungen helfen wir unseren Kunden bei richtungsweisenden Entscheidungen den für sie besten Transformationsweg zu finden. Dabei legen wir Wert darauf, nichts zu forcieren. Auch in der Gebotsrunde 2026 haben von uns betreute Kunden entschieden, durchgeplante Projektkonzepte letztendlich nicht in die Bieterverfahren einzubringen.

 


Hinweis:

GALLEHR+PARTNER® unterstützt Sie bei Bedarf vollumfänglich unterstützt Sie bei Bedarf vollumfänglich bei Projekten zur Dekarbonisierung, Elektrifizierung und Flexibiliiserung.

  • Techno-ökonomische Strategie­beratung für energie­intensive Industrie
  • Identifikation, Analyse und entscheidungsreife Vor­bereitung von sinn­vollen investiven Projekten (mehr dazu hier)
  • Projekt­management in­klu­sive Risiko- und Stake­holder­­­management
  • Nutzung bestehender CAPEX- und OPEX-Förderregime (Klima­schutz­verträge/CO2-Differenz­verträge, BIK und EU-Innovations­fund)
  • Investitionskostenbetrachtung
  • Koordination von be­tei­lig­ten Projekt­­partnern (Behörden, Rechts­berater, Anlagen­bauern und Energie­lieferanten)
  • Ener­giemarkt­­projek­tionen
  • Transformations­plan nach Modul 4 EEW

Kontaktieren Sie unser CO2-Differenz­vertrags­team gerne direkt unter kontakt@gallehr.de


GALLEHR+PARTNER® ist seit 2007 der erfahrene Lotse für die Wirtschaft auf dem Weg zur CO₂-Neutralität. Zu dem Kundenstamm von GALLEHR+PARTNER® gehört eine Vielzahl national und international renommierter Unternehmen. Diese berät und unterstützt GALLEHR+PARTNER® teilweise bis zur vollständigen eigenverantwortlichen Übernahme relevanter Prozesse.

GALLEHR+PARTNER® ist eine in Deutschland eingetragene Marke von Sebastian Gallehr und bezieht sich auf die Leistungen des Unternehmernetzwerks, dem auch die Gallehr Sustainable Risk Management GmbH und die Gallehr Sustainable Strategies GmbH angehören.

GALLEHR + PARTNER®

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Tel.: +49 6039 92 63 686
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