{"id":88705,"date":"2025-12-15T13:44:52","date_gmt":"2025-12-15T12:44:52","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gallehr.de\/?p=88705"},"modified":"2025-12-15T14:06:36","modified_gmt":"2025-12-15T13:06:36","slug":"neuausrichtung-der-netzentgeltsystematik-agnes-prozess-bundesnetzagentur","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gallehr.de\/de\/neuausrichtung-der-netzentgeltsystematik-agnes-prozess-bundesnetzagentur\/","title":{"rendered":"Neuausrichtung der Netzentgeltsystematik &#8211; Agnes-Prozess Bundesnetzagentur"},"content":{"rendered":"<h1 style=\"text-align: justify;\">Der AgNes-Prozess der Bundesnetzagentur und seine Bedeutung f\u00fcr Industrie- und Gro\u00dfverbraucher<\/h1>\n<hr \/>\n<h4><span style=\"color: #b11116;\"><strong>In K\u00fcrze:\u00a0<\/strong><\/span><\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt;\">Die <a href=\"https:\/\/www.bundesnetzagentur.de\/DE\/Home\/home_node.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bundesnetzagentur<\/a> reformiert mit dem <a href=\"https:\/\/www.bundesnetzagentur.de\/DE\/Fachthemen\/ElektrizitaetundGas\/Netzentgelte\/Anreizregulierung\/Agnes\/start.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">AgNes-Prozess<\/a> die Netzentgeltsystematik grundlegend, um stark steigende Netz-, Redispatch- und Ausbaukosten verursachungsgerechter abzubilden und systemdienliche Anreize im Zuge der Energiewende zu setzen. Kern des neuen Modells ist die Abkehr vom klassischen Leistungspreis auf Basis der Jahresh\u00f6chstlast hin zu einer kapazit\u00e4tsbasierten Systematik mit erg\u00e4nzenden Arbeitspreiskomponenten. K\u00fcnftig werden <a href=\"https:\/\/www.bundesnetzagentur.de\/DE\/Fachthemen\/ElektrizitaetundGas\/Netzentgelte\/Anreizregulierung\/Agnes\/start.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Netzentgelte<\/a> klar in eine Finanzierungsfunktion (Kapazit\u00e4tspreis und statische Arbeitspreise) und eine Anreizfunktion (zeitlich und r\u00e4umlich dynamische Entgelte) getrennt. F\u00fcr Kunden ab der Umspannebene MS\/NS sowie f\u00fcr Niederspannungskunden \u00fcber 100.000 kWh bedeutet dies einen Paradigmenwechsel mit st\u00e4rkerer Planbarkeit, aber auch h\u00f6heren strategischen Anforderungen an Lastmanagement und Flexibilit\u00e4tsnutzung. Die <a href=\"https:\/\/www.bundesnetzagentur.de\/DE\/Beschlusskammern\/GBK\/GBK_Termine\/Downloads\/2025\/12_2025\/02_12_2025\/3_BNetzA_Netzentgeltfunktionen.pdf?__blob=publicationFile&amp;v=3\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">neuen Regelungen<\/a> sollen ab 2029 angewendet werden und ersetzen mit dem Au\u00dferkrafttreten der StromNEV das bisherige Entgeltsystem vollst\u00e4ndig.<\/span><\/p>\n<hr \/>\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Einleitung<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt;\">Die <a href=\"https:\/\/www.bundesnetzagentur.de\/DE\/Beschlusskammern\/GBK\/GBK_Termine\/Downloads\/2025\/12_2025\/02_12_2025\/251202_Sachstandspapier_AgNes.pdf?__blob=publicationFile&amp;v=3#download=1\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Reform der Netzentgeltsystematik<\/a> gewinnt vor dem Hintergrund stark steigender Netzkosten erheblich an Bedeutung. Der Umbau des Energiesystems f\u00fchrt nicht nur zu ver\u00e4nderten Last- und Einspeiseprofilen, sondern auch zu erheblichen zus\u00e4tzlichen Investitions- und Betriebskosten in den Stromnetzen. Studien zeigen, dass sich die erforderlichen Investitionen in das \u00dcbertragungsnetz bis 2037 je nach Szenario auf deutlich \u00fcber 250 bis 300 Mrd. Euro belaufen k\u00f6nnen, wobei sowohl der Onshore- als auch der Offshore-Ausbau wesentliche Kostentreiber darstellen. Parallel dazu steigen die laufenden Systemkosten deutlich: Die Redispatchkosten in Deutschland haben sich innerhalb weniger Jahre vervielfacht und erreichten 2022 mit rund 4,2 Mrd. Euro einen H\u00f6chststand.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt;\">Vor diesem Hintergrund haben sich die Rahmenbedingungen f\u00fcr den Netzbetrieb grundlegend ver\u00e4ndert. Der zunehmende Ausbau erneuerbarer Energien, die wachsende dezentrale Einspeisung, die steigende Zahl von Prosumern und Speichern sowie der wachsende Bedarf an Flexibilit\u00e4t auf Verbraucher- und Einspeiseseite stellen neue Anforderungen an die Ausgestaltung der Netzentgelte. Diese m\u00fcssen k\u00fcnftig nicht nur die Finanzierung der Netzinfrastruktur sicherstellen, sondern zugleich wirksame Anreize f\u00fcr netz- und systemdienliches Verhalten setzen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt;\">Die beschriebenen Entwicklungen machen deutlich, dass die bestehende Netzentgeltsystematik die tats\u00e4chlichen Kostenwirkungen von Netzausbau, Engpassmanagement und der zunehmenden Gleichzeitigkeit von Einspeisung und Verbrauch nur unzureichend abbildet. Insbesondere die bislang zentrale Bepreisung der individuellen Jahresh\u00f6chstlast \u00fcber den Leistungspreis steht zunehmend in der Kritik. Sie gilt als flexibilit\u00e4tshemmend, da sie Anreize setzt, Lastspitzen unabh\u00e4ngig von der tats\u00e4chlichen Netzsituation zu vermeiden, und dadurch zu einer Vergleichm\u00e4\u00dfigung individueller Lastg\u00e4nge f\u00fchrt \u2013 selbst dann, wenn dies systemisch nicht erforderlich oder sogar kontraproduktiv ist. Zudem bildet die individuelle Jahresh\u00f6chstlast den tats\u00e4chlichen Beitrag eines Netznutzers zu netzrelevanten Engp\u00e4ssen und langfristigen Ausbaukosten immer weniger ad\u00e4quat ab. Vor diesem Hintergrund verfolgt die Bundesnetzagentur im Rahmen des AgNes-Prozesses ausdr\u00fccklich eine Abkehr vom klassischen Leistungspreis hin zu einer kapazit\u00e4tsbasierten Systematik mit erg\u00e4nzenden Arbeitspreiskomponenten.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt;\">Folgerichtig hat die Bundesnetzagentur am 12. Mai 2025 das Verfahren zur Allgemeinen Netzentgeltsystematik Strom (AgNes) er\u00f6ffnet. Ziel ist die Entwicklung einer zukunftsf\u00e4higen, verursachungsgerechten und zugleich praktikablen Netzentgeltstruktur. Das zugeh\u00f6rige Diskussionspapier sowie das am 20. November 2025 ver\u00f6ffentlichte Sachstandspapier konkretisieren diesen Ansatz. Vorgeschlagen wird ein Netzentgeltmodell, welches konsequent auf zwei klar voneinander abgegrenzten Entgeltfunktionen beruht: einer Finanzierungsfunktion zur stabilen Refinanzierung der Netzkosten und einer Anreizfunktion zur Steuerung netzdienlichen Verhaltens. F\u00fcr Kunden ab der Umspannebene MS\/NS sowie f\u00fcr Niederspannungskunden mit einem Jahresverbrauch von mehr als 100.000 kWh zeichnet sich damit ein grundlegender Systemwechsel ab, der erhebliche Auswirkungen auf Kostenverteilung, Investitionsentscheidungen und Flexibilit\u00e4tsstrategien haben d\u00fcrfte.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt;\">Der AgNes-Prozess markiert damit einen zentralen Baustein zur Begrenzung steigender Systemkosten und zur effizienten Integration der Energiewende in den Netzbetrieb.<\/span><\/p>\n<h3>Entgeltkomponenten f\u00fcr Finanzierungs- und Anreizfunktion<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt;\">Im Zentrum der Reform\u00fcberlegungen der Bundesnetzagentur steht eine klare funktionale Trennung der Netzentgelte in Finanzierungs- und Anreizkomponenten. Damit reagiert die BNetzA auf die doppelte Herausforderung steigender, kurzfristig kaum beeinflussbarer Netzkosten einerseits und des zunehmenden Bedarfs an netzdienlichem Verhalten andererseits. Beide Funktionen sollen k\u00fcnftig bewusst \u00fcber unterschiedliche Entgeltbestandteile erf\u00fcllt werden, um Zielkonflikte, Fehlanreize und Intransparenz zu vermeiden.<\/span><\/p>\n<h4>Entgeltkomponenten mit Finanzierungsfunktion<\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt;\">Die Finanzierungsfunktion dient prim\u00e4r der stabilen und planbaren Refinanzierung der Erl\u00f6sobergrenzen der Netzbetreiber. Diese Entgeltkomponenten sollen das Verhalten der Netznutzer m\u00f6glichst wenig beeinflussen und insbesondere keine zus\u00e4tzlichen Flexibilit\u00e4tshemmnisse erzeugen. F\u00fcr Kunden ab der Umspannebene MS\/NS sowie f\u00fcr Niederspannungskunden mit einem Jahresverbrauch \u00fcber 100.000 kWh schl\u00e4gt die Bundesnetzagentur hierf\u00fcr einen grundlegenden Systemwechsel vor.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt;\">Kern dieses Modells ist die Abkehr vom klassischen Leistungspreis, der auf der individuellen Jahresh\u00f6chstlast basiert. Dieser gilt zunehmend als problematisch, da er Flexibilit\u00e4t hemmt und zu einer Gl\u00e4ttung individueller Lastg\u00e4nge f\u00fchrt, selbst wenn dies systemisch nicht sinnvoll ist. An seine Stelle soll eine kapazit\u00e4tsbasierte Systematik treten, die aus zwei eng miteinander verkn\u00fcpften Arbeitspreiskomponenten besteht:<\/span><\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li><span style=\"font-size: 12pt;\">Arbeitspreis 1 f\u00fcr eine j\u00e4hrlich frei w\u00e4hlbaren Kapazit\u00e4t, die den wesentlichen Finanzierungsbeitrag zur Vorhaltung der Netzinfrastruktur leistet,<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-size: 12pt;\">sowie einer zweistufig ausgestalteten mengenbezogenen Entgeltkomponente (Arbeitspreis 2), die zwischen Strombezug oberhalb dieser gew\u00e4hlten Kapazit\u00e4t unterscheidet.<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt;\">Konkret bedeutet dies: Die mengenbezogene Netzentgeltkomponente in Form eines Arbeitspreises bleibt erhalten und wird in die Logik der Kapazit\u00e4tssystematik integriert. Solange sich der Strombezug eines Kunden innerhalb der gew\u00e4hlten Kapazit\u00e4t bewegt, f\u00e4llt ein niedrigerer Arbeitspreis (AP1) an. Wird die gew\u00e4hlte Kapazit\u00e4t \u00fcberschritten, werden die dar\u00fcber hinausgehenden Strommengen mit einem h\u00f6heren Arbeitspreis (AP2) belegt. Dieser h\u00f6here Arbeitspreis ist ausdr\u00fccklich keine Sanktion und kein dynamisches Preissignal, sondern soll den Netznutzer zu einer realistischen und rationalen Wahl seiner Kapazit\u00e4t anreizen. \u00dcberschreitungen bleiben zul\u00e4ssig und verursachen lediglich moderate Grenzkosten, um den flexiblen Einsatz von Lasten nicht zu unterbinden.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt;\">Die beigef\u00fcgte Dauerlinie eines Mittelspannungskunden verdeutlicht die Logik dieses Ansatzes: Die Wahl der Kapazit\u00e4t orientiert sich an der individuellen Jahresdauerlinie. Nur ein begrenzter Teil der Jahresarbeit liegt oberhalb der gew\u00e4hlten Kapazit\u00e4t und wird damit \u00fcber den h\u00f6heren Arbeitspreis (AP2) abgerechnet. F\u00fcr den Netznutzer entsteht so ein optimierbares Verh\u00e4ltnis zwischen Kapazit\u00e4ts- und Arbeitspreiskomponenten, ohne dass einzelne Lastspitzen \u00fcberproportional verteuert werden.<\/span><\/p>\n<figure id=\"attachment_88706\" aria-describedby=\"caption-attachment-88706\" style=\"width: 573px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-88706 size-full\" src=\"https:\/\/www.gallehr.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Screenshot-2025-12-15-110639.jpg\" alt=\"\" width=\"573\" height=\"518\" srcset=\"https:\/\/www.gallehr.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Screenshot-2025-12-15-110639.jpg 573w, https:\/\/www.gallehr.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Screenshot-2025-12-15-110639-300x271.jpg 300w, https:\/\/www.gallehr.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Screenshot-2025-12-15-110639-350x316.jpg 350w\" sizes=\"(max-width: 573px) 100vw, 573px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-88706\" class=\"wp-caption-text\">Beispielhafte Darstellung der aufgeteilten bezogenen Kapazit\u00e4ten. Quelle: Bundesnetzagentur<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt;\">F\u00fcr kleinere Niederspannungskunden unterhalb von 100.000 kWh soll die Finanzierungsfunktion hingegen weiterhin \u00fcberwiegend \u00fcber Arbeits- und Grundpreise erfolgen. Gleichzeitig betont die Bundesnetzagentur die Notwendigkeit einer fairen Kostenbeteiligung von Prosumern, etwa \u00fcber angepasste Grundpreise, um Entsolidarisierungseffekte zu begrenzen.<\/span><\/p>\n<h4>Entgeltkomponenten mit Anreizfunktion<\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt;\">W\u00e4hrend die Finanzierungsfunktion bestehende Kosten absichert, zielt die Anreizfunktion darauf ab, zuk\u00fcnftige Kostenwirkungen von Netznutzungs- und Investitionsentscheidungen zu internalisieren. Angesichts stark steigender Redispatch- und Netzausbaukosten misst die BNetzA dieser Funktion eine zentrale Bedeutung bei. Entgeltkomponenten mit Anreizfunktion sollen gezielt dort wirken, wo Verhalten tats\u00e4chlich systemrelevant ist, ohne die Netzfinanzierung zu gef\u00e4hrden.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt;\">Zentrales Instrument hierf\u00fcr sind zeitlich und r\u00e4umlich dynamische Arbeitspreise (AP3). Diese sollen die jeweilige Engpass- und Auslastungssituation im Netz abbilden \u2013 engpassscharf und idealerweise Day-Ahead. In Netzbereichen und Zeitfenstern ohne Engp\u00e4sse entf\u00e4llt die dynamische Komponente vollst\u00e4ndig. In Engpasssituationen kann sie dagegen positiv oder negativ wirken: Netznutzer zahlen bei netzbelastendem Verhalten zus\u00e4tzliche Entgelte oder erhalten bei netzentlastendem Verhalten eine Auszahlung.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt;\">Diese symmetrische Ausgestaltung unterstreicht den Charakter der Anreizkomponente als reines Steuerungsinstrument. Ziel ist nicht die Generierung zus\u00e4tzlicher Einnahmen, sondern die Reduktion gesamtwirtschaftlicher Systemkosten, etwa durch vermiedenes Engpassmanagement oder verz\u00f6gerten Netzausbau. Voraussetzung f\u00fcr die Wirksamkeit dieses Ansatzes ist allerdings eine hinreichende zeitliche und \u00f6rtliche Granularit\u00e4t der Preissignale sowie eine verpflichtende Anwendung f\u00fcr definierte Nutzergruppen, um Mitnahmeeffekte zu vermeiden.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt;\">Die Bundesnetzagentur geht derzeit von einer gestaffelten Einf\u00fchrung aus. Beginnend in oberen Spannungsebenen und bei hoch flexiblen Akteuren \u2013 etwa Stand-alone-Speichern \u2013 sollen dynamische Entgelte schrittweise auf weitere Nutzergruppen ausgeweitet werden. Parallel dazu k\u00f6nnen Anreizwirkungen auch Investitionsentscheidungen beeinflussen, insbesondere \u00fcber Baukostenzusch\u00fcsse, die k\u00fcnftig st\u00e4rker kosten- und standortreflexiv ausgestaltet werden k\u00f6nnten.<\/span><\/p>\n<h4>Zusammenspiel beider Funktionen<\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt;\">Entscheidend f\u00fcr das Zielbild des AgNes-Prozesses ist das Zusammenspiel von Finanzierungs- und Anreizfunktion. W\u00e4hrend Kapazit\u00e4ts- und statische Arbeitspreise die Grundfinanzierung sicherstellen, adressieren dynamische Entgeltkomponenten gezielt jene Kosten, die durch das Verhalten der Netznutzer beeinflussbar sind. Damit entsteht erstmals eine systematische Trennung von Kostenabsicherung und Verhaltenssteuerung innerhalb der Netzentgelte.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt;\">F\u00fcr Netzkunden ab MS\/NS-Ebene bedeutet dies einen Paradigmenwechsel: Netzentgelte werden k\u00fcnftig st\u00e4rker planbar, aber zugleich strategischer. Die Wahl der Kapazit\u00e4t, der Umgang mit Lastspitzen und der Einsatz von Flexibilit\u00e4t werden zu aktiven wirtschaftlichen Entscheidungsgr\u00f6\u00dfen \u2013 mit unmittelbarer Wirkung auf Netzkosten und Systemstabilit\u00e4t.<\/span><\/p>\n<h4>Zeitablauf Agnes-Prozess<\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt;\">Der zeitliche Horizont des AgNes-Prozesses reicht bis in das Ende dieses Jahrzehnts und markiert einen tiefgreifenden regulatorischen \u00dcbergang. Sp\u00e4testens zum 1. Januar 2029 sollen die neuen Vorgaben der Allgemeinen Netzentgeltsystematik Strom (AgNes) angewendet werden, zeitgleich treten \u00dcbergangsregelungen in Kraft. Bereits zum 31. Dezember 2028 l\u00e4uft mit dem Au\u00dferkrafttreten der Stromnetzentgeltverordnung (StromNEV) das bisherige zentrale Regelwerk der Netzentgeltbildung aus. Damit ist klar, dass die aktuell diskutierten Festlegungen nicht nur konzeptionellen Charakter haben, sondern unmittelbar die k\u00fcnftige Praxis der Netzentgeltabrechnung bestimmen werden.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt;\">Der Weg dorthin ist mehrstufig angelegt. Nach der Erarbeitung und Konsultation eines finalen Festlegungsentwurfs bis Ende 2026 folgt ein mehrj\u00e4hriger Umsetzungszeitraum, der unter anderem Anpassungen der Marktkommunikation und der Abrechnungssysteme erfordert. Die vorangehenden Expertenworkshops, Zwischenergebnisse und Konsultationen dienen dabei der fachlichen Verdichtung und praktischen Absicherung des Modells. Der von der Bundesnetzagentur skizzierte Zeitplan verdeutlicht, dass der AgNes-Prozess als schrittweise, aber verbindliche Transformation der Netzentgeltsystematik angelegt ist und den betroffenen Marktakteuren fr\u00fchzeitig Planungssicherheit geben soll.<\/span><\/p>\n<figure id=\"attachment_88708\" aria-describedby=\"caption-attachment-88708\" style=\"width: 1280px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-88708 size-full\" src=\"https:\/\/www.gallehr.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/GALLEHR-PARTNER\u00ae-Zeitplan-Agnes.png\" alt=\"\" width=\"1280\" height=\"720\" srcset=\"https:\/\/www.gallehr.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/GALLEHR-PARTNER\u00ae-Zeitplan-Agnes.png 1280w, https:\/\/www.gallehr.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/GALLEHR-PARTNER\u00ae-Zeitplan-Agnes-300x169.png 300w, https:\/\/www.gallehr.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/GALLEHR-PARTNER\u00ae-Zeitplan-Agnes-1024x576.png 1024w, https:\/\/www.gallehr.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/GALLEHR-PARTNER\u00ae-Zeitplan-Agnes-768x432.png 768w, https:\/\/www.gallehr.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/GALLEHR-PARTNER\u00ae-Zeitplan-Agnes-350x197.png 350w\" sizes=\"(max-width: 1280px) 100vw, 1280px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-88708\" class=\"wp-caption-text\">Zeitplan Agnes. Quelle: Bundesnetzagentur<\/figcaption><\/figure>\n<hr \/>\n<h3><strong><span style=\"font-size: 10pt; color: #b11116;\">Hinweis:<\/span><br \/>\n<\/strong><span style=\"font-size: 12pt;\">GALLEHR+PARTNER<sup>\u00ae<\/sup> unterst\u00fctzt Sie bei Bedarf vollumf\u00e4nglich zum Kontext der Netzentgeltreform :<\/span><\/h3>\n<p><span style=\"font-size: 12pt;\">Unsere Unterst\u00fctzung im Bereich Industrie\u00adtrans\u00adformation:<\/span><\/p>\n<ul>\n<li><span style=\"font-size: 12pt;\">Techno-\u00f6konomische Strategie\u00adberatung f\u00fcr energie\u00adintensive Industrie<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-size: 12pt;\">Projekt\u00admanagement in\u00adklu\u00adsive Risiko- und Stake\u00adholder\u00ad\u00admanagement<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-size: 12pt;\">Nutzung bestehender CAPEX- und OPEX F\u00f6rderregime (Klima\u00adschutz\u00advertr\u00e4ge\/CO<sub>2<\/sub>-Differenz\u00advertr\u00e4ge, BIK und EU-Innovations\u00adfund)<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-size: 12pt;\">Durchf\u00fchrung einer Voll\u00adkosten\u00ad\u00adkal\u00adkula\u00adtion zur Be\u00adstimmung der finan\u00ad\u00adziellen Risiko\u00ad\u00adposition inkl. Ber\u00fcck\u00ad\u00adsich\u00ad\u00adtigung weiterer F\u00f6rder\u00ad\u00admittel<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-size: 12pt;\">Koordination von be\u00adtei\u00adlig\u00adten Projekt\u00ad\u00adpartnern (Beh\u00f6rden, Rechts\u00adberater, Anlagen\u00adbauern und Energie\u00adlieferanten)<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-size: 12pt;\">Ener\u00adgiemarkt\u00ad\u00adprojek\u00adtionen<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-size: 12pt;\">BMWE \u2013 Klimaschutz\u00advertr\u00e4ge \/ CO<sub>2<\/sub>-Differenz\u00advertr\u00e4ge)<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-size: 12pt;\">Transformations\u00adplan nach Modul 4 EEW<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<hr \/>\n<p><span style=\"font-size: 12pt;\"><strong>Bei weiteren <span style=\"color: #b11116;\">Fragen<\/span> stehen wir <span style=\"color: #b11116;\">Ihnen<\/span> gerne direkt zur Verf\u00fcgung. <\/strong><a href=\"https:\/\/www.gallehr.de\/de\/kontakt\/\"><strong>Sprechen Sie uns gerne an.<\/strong><\/a><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt;\">GALLEHR+PARTNER<sup>\u00ae<\/sup> ist seit 2007 der erfahrene Lotse f\u00fcr die Wirt\u00adschaft auf dem Weg zur CO\u2082-Neu\u00adtra\u00adlit\u00e4t. Zu dem Kunden\u00adstamm von GALLEHR+PARTNER<sup>\u00ae<\/sup> geh\u00f6rt eine Viel\u00adzahl na\u00adtio\u00adnal und inter\u00adna\u00adtio\u00adnal re\u00adnommier\u00adter Unter\u00adnehmen. Diese ber\u00e4t und unter\u00adst\u00fctzt GALLEHR+PARTNER<sup>\u00ae<\/sup> teil\u00adweise bis zur voll\u00adst\u00e4ndigen eigen\u00adver\u00adant\u00adwort\u00adlichen \u00dcber\u00adnahme re\u00adle\u00advan\u00adter Prozesse.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der AgNes-Prozess der Bundesnetzagentur und seine Bedeutung f\u00fcr Industrie- und Gro\u00dfverbraucher In K\u00fcrze:\u00a0 Die Bundesnetzagentur reformiert mit dem AgNes-Prozess die [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":17,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[832,180,178],"tags":[732,761,801,802,885,907,908,909,910,185,667],"class_list":["post-88705","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-transformationsbegleitung","category-news","category-archiv","tag-bmwk","tag-foerdermittel","tag-energieintensiv","tag-foerderung","tag-netzentgelte","tag-bundesnetzagentur","tag-agnes","tag-reform","tag-strom","tag-industrie","tag-energie"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.gallehr.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/88705","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.gallehr.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.gallehr.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gallehr.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/17"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gallehr.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=88705"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.gallehr.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/88705\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.gallehr.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=88705"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gallehr.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=88705"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gallehr.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=88705"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}