{"id":88256,"date":"2025-08-06T14:00:53","date_gmt":"2025-08-06T12:00:53","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gallehr.de\/?p=88256"},"modified":"2025-09-10T16:47:19","modified_gmt":"2025-09-10T14:47:19","slug":"power-to-heat-wegbereiter-der-industriellen-energiewende","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gallehr.de\/de\/power-to-heat-wegbereiter-der-industriellen-energiewende\/","title":{"rendered":"Power-to-Heat \u2013 Wegbereiter der industriellen Energiewende?"},"content":{"rendered":"<div class=\"wpb-content-wrapper\"><p>[vc_row][vc_column width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text uncode_shortcode_id=&#8220;162781&#8243;]<\/p>\n<h2>Ein Gespr\u00e4ch mit Christof Dahmen \u00fcber hei\u00dfe Luft, riesige F\u00f6ns und wie W\u00e4rme\u00adspeicher eine Elektri\u00adfi\u00adzierung mit niedrigen Betriebs\u00adkosten erm\u00f6glichen<\/h2>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"font-size: 12pt;\">Das mittelst\u00e4ndische Unternehmen OTTO JUNKER baut seit mehr als hundert Jahren Schmelz- und W\u00e4rme\u00adbehandlungs\u00ad\u00f6fen. Seit einigen Jahren entwickelt das Unternehmen technische L\u00f6sungen f\u00fcr die De\u00adkarboni\u00adsierung von Industrie\u00adanlagen. Dazu geh\u00f6ren auch innovative Power-to-Heat-Anlagen, die in Kombination mit Hoch\u00adtemperatur\u00ad\u00adw\u00e4rme\u00ad\u00adspeichern dazu eingesetzt werden, Industrie\u00adprozesse zu elektri\u00adfi\u00adzieren. Unser Berater Niklas Schnieder wollte mehr wissen \u00fcber Chancen, St\u00e4rken und Grenzen dieser Technik und hat mit Christof Dahmen gesprochen, dem Vertriebs\u00adleiter der OTTO JUNKER Solutions GmbH. Letztere ist ein neu gegr\u00fcndetes Tochterunternehmen, betraut mit der Aufgabe, neue Technologien zur Dekarbonisierung \/ Elektrifizierung zu entwickeln und zu vermarkten.\u00a0<\/span><\/strong><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-88262 size-large\" src=\"https:\/\/www.gallehr.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Power_to_heat_InterviewDahmen_OttoJunker_Anlage_01082025-1024x499.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"499\" srcset=\"https:\/\/www.gallehr.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Power_to_heat_InterviewDahmen_OttoJunker_Anlage_01082025-1024x499.jpg 1024w, https:\/\/www.gallehr.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Power_to_heat_InterviewDahmen_OttoJunker_Anlage_01082025-300x146.jpg 300w, https:\/\/www.gallehr.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Power_to_heat_InterviewDahmen_OttoJunker_Anlage_01082025-768x374.jpg 768w, https:\/\/www.gallehr.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Power_to_heat_InterviewDahmen_OttoJunker_Anlage_01082025-350x170.jpg 350w, https:\/\/www.gallehr.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Power_to_heat_InterviewDahmen_OttoJunker_Anlage_01082025.jpg 1125w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt; color: #b01419;\"><strong>Sind Sie sich unsicher, wie Sie Ihre W\u00e4rmebereitstellung kosteneffizient elektrifizieren k\u00f6nnen<\/strong><\/span><span style=\"font-size: 12pt; color: #b01419;\"><strong>? GALLEHR+PARTNER<sup>\u00ae<\/sup> unterst\u00fctzt Sie bei technischen, \u00f6konomischen und strategischen Frage\u00adstellungen bei der Implemen\u00adtierung von elek\u00adtrischen W\u00e4rme\u00aderzeugern und Speicher\u00adsystemen zur Hebung von Flexibilisierungspotentialen.<\/strong><\/span><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Niklas Schnieder: Herr Dahmen, was macht eigentlich eine Power-To-Heat-Anlage? Und was macht sie in Kombi mit einem W\u00e4rmespeicher?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Christof Dahmen:<\/strong> Einfach ausgedr\u00fcckt: Eine Power-to-Heat-Anlage stellt warme Luft her, wie ein F\u00f6hn. Auf der einen Seite geht kalte Luft rein und auf der anderen kommt hei\u00dfe Luft heraus. Diese warme Luft speichern wir dann &#8211; so wie man in einer Thermosflasche hei\u00dfen Kaffee oder Tee speichert, damit er auch nach Stunden noch warm ist. Diese warme Luft kann dann als Prozessw\u00e4rme bei unseren Kunden zur Verf\u00fcgung gestellt werden, wenn sie ben\u00f6tigt wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>So einfach ist das? Ein gro\u00dfer F\u00f6n?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein gro\u00dfer F\u00f6n, kombiniert mit einem Speicher, der mit einer synthetischen, keramischen Sch\u00fcttung gef\u00fchlt ist. Was dabei unsere Anlagen von anderen Anlagen unterscheidet sind zum einen die erreichten Temperaturen. Wir kommen im Pilotma\u00dfstab auf knapp 1.100\u00b0 C. Gew\u00f6hnliche Anlagen liegen so zwischen 900 bis 1.000 \u00b0 C. Zudem k\u00f6nnen wir bei der Widerstands\u00adheizung eine sehr hohe Leistungs\u00addichte erreichen. Hohe Leistungsdichte hei\u00dft kompakte Bauweise. Weitere Besonder\u00adheit: Der Warmhalte\u00admodus unserer Anlage erlaubt es, schnell und flexibel zu reagieren. Unsere W\u00e4rme\u00aderzeugungs\u00adeinheit wird so betrieben, dass sie im Prinzip 24\/7 auf Bereitschaft gehalten wird. Wir brauchen eine ganz geringe Leistung, um sie auf Temperatur zu halten. Sobald viel Strom f\u00fcr die Anlage verf\u00fcgbar ist, k\u00f6nnen wir innerhalb von wenigen Minuten die Anlage auf Volllast hochfahren und so die W\u00e4rme zur Verf\u00fcgung stellen, um den Speicher zu bef\u00fcllen. Unser Lufterhitzer erreicht zudem einen Wirkungsgrad von \u00fcber 98 Prozent und in Kombination mit dem thermischen Speicher erreichen wir zwischen 94 und 95 Prozent. Wir haben in der Energiebilanz also aus\u00adgesprochen geringe Verluste im Gesamtprozess.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Was hat ein Unternehmen von solchen Anlagen? Vor allem in welchen Branchen?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit einer solchen kombinierten Anlage entkoppelt man Energiebedarf und Energie\u00adeinkauf. Sobald f\u00fcr Unternehmen \u00fcbersch\u00fcssiger erneuer\u00adbarer Strom vorhanden ist oder es Strom von der Stromb\u00f6rse g\u00fcnstig einkaufen kann, kann es heute schon industrielle Prozesse operativ kosteng\u00fcnstig gestalten. Interessant ist das \u00fcberall dort, wo Prozesse mit thermischen Energie\u00adtr\u00e4gern wie Dampf oder Thermo\u00f6l betrieben werden. Otto Junker kommt aus dem Anlagenbau f\u00fcr Aluminium und Kupfer, aber unsere erste Industrieanlage, die wir diesen Sommer in Betrieb nehmen werden, geht in die Lebensmittelindustrie. Auch die chemische Industrie ist ein potenzieller Kunde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Momentan liegt unser Schwerpunkt bei Prozessen, wo Prozessw\u00e4rme direkt z.B. aus Erdgas oder Erd\u00f6l gewonnen wird. Wenn wir auf Prozesse wie zum Beispiel bei der Lebens\u00admittel\u00adindustrie schauen, bei denen Fritteusen mit Thermal\u00f6l beheizt werden, dann sind wir im Moment eigent\u00adlich immer die Technologie der Wahl. Das gilt auch f\u00fcr industrielle Back\u00f6fen, W\u00e4rme\u00ad\u00adbehandlungs\u00ad\u00adanlagen oder \u00e4hnliche Anlagen im Temperaturbereich von 600 bis 630 \u00b0C, alles Anlagen, die sich sehr gut elektri\u00adfizieren lassen. Wir k\u00f6nnen im Prinzip alles an Energie aus Erdgas- oder Erd\u00f6lbrenner in Kesseln, eins zu eins durch eine elektrische Wider\u00adstands\u00adheizung ersetzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Ist auch eine Direkt\u00adelektri\u00adfi\u00adzierung z.B. von Trocknungs\u00adtrommeln oder -anlagen mit der Technik m\u00f6glich? Dort wo aktuell zum Beispiel Erdgas\u00adbrenner oder Gas\u00adturbinen zum Einsatz kommen?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nat\u00fcrlich, der Direkt\u00adbetrieb ohne W\u00e4rme\u00adspeicher ist auch m\u00f6glich. Wenn ich das m\u00f6chte, kann ich auch diese hohen Temperaturen im Prinzip 24\/7 zur Verf\u00fcgung stellen, mit einem ent\u00adsprechenden Volumen-Massenstrom. Oder man kombiniert Speicher und Direkt\u00ad\u00adbetrieb: Wenn der Speicher voll ist und der Kunde Prozessw\u00e4rme braucht, kann man den Speicher quasi zur\u00fcckhalten als redun\u00addantes System und direkt mit dem Lufterhitzer die Prozess\u00adw\u00e4rme zur Verf\u00fcgung stellen, solange Energie verf\u00fcgbar ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wie bekannt und verbreitet ist die Technik derzeit in der Industrie?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sie ist schon breiter bekannt, aber noch gibt es Nachholbedarf bei der Aufkl\u00e4rung. In Skandi\u00adnavien sind Power-to-Heat-Anlagen Gang und Gebe, da wird nur noch ganz wenig Prozess\u00adw\u00e4rme mit fossilen Brenn\u00adstoffen hergestellt. Hierzulande war dagegen Gas und fossile Brennstoffe lange einfach g\u00fcnstiger. Deshalb ist die Technik noch recht neu f\u00fcr die Leute. Unsere Pilotanlage z.B. startete 2017.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Liegt es auch an den Rahmen\u00adbedingungen?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Selbstverst\u00e4ndlich, die sind bei uns in Mitteleuropa oft noch unzureichend, etwa wenn der der elektrische Energiebedarf aufgrund der Infrastruktur nicht zur Verf\u00fcgung gestellt werden kann. Beispiel: einer unserer Kunden mit einer Trocknungs\u00adanlage hat einen Gasan\u00adschluss von 15 Megawatt (MW) Leistung, eine Photovoltaik-Anlage mit 2 MW, aber einen Stromnetz\u00ad\u00adanschluss mit 1 MW. So kann man nat\u00fcrlich Erdgas nicht substituieren. Hier muss noch viel von den Strom\u00adversorgern an Vorarbeit geleistet werden. Ein weiteres Beispiel: Wir haben f\u00fcr die Vorab-Hei\u00df\u00adinbetrieb\u00adnahme des Luft\u00ader\u00adhitzers eine Anlage hier bei uns mit einer elektrischen Leistung von 4,5 MW aufgebaut. Daf\u00fcr ben\u00f6tigten wir zus\u00e4tzlich zwei Stromgeneratoren mit der Leistung von 3 MW und haben mal eben 800 Liter Heiz\u00f6l die Stunde durchgejagt, da wir den Netzanschluss nicht haben. Da bekommt man ein Gef\u00fchl, was man mit so einer Anlage an fossilen Brennstoffen einsparen kann. Gleich\u00ad\u00adzeitig sieht man, dass wir an unserem Standort, wie viele andere auch, nicht die M\u00f6glichkeit haben, so eine Anlage einfach zu betreiben. Da fehlt einfach die dicke Kupfer\u00adleitung.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.gallehr.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Power_to_heat_InterviewDahmen_OttoJunker_Prozessgrafik_01082025.jpg\" alt=\"Prozessverlauf: Green Power (Windm\u00fchle) zu Power-to-Heat zu Heat Storage zu Heat Exchange zu Process Heat\" width=\"1133\" height=\"552\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Was sind denn besonders attraktive Gesch\u00e4ftsmodelle f\u00fcr industriellen Betreiber von Power-to-Heat-Anlagen?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es gibt unendlich viele industrielle Anwendungen, bei denen Prozessw\u00e4rme gebraucht wird. Wichtig ist, einen Versorger mit ins Boot zu holen, der einem die Energie zu einem ver\u00adn\u00fcnftigen Preis zur Verf\u00fcgung stellen kann. Bei unserem neuen Industrie\u00adprojekt ist es z.B. so, dass der Netz\u00adbetreiber in den Nieder\u00adlanden sechs Stunden am Tag garantiert, dass er den Strom g\u00fcnstig bis kostenlos oder sogar negativ zur Verf\u00fcgung stellen kann. Und in diesen sechs Stunden wird der W\u00e4rme\u00adspeicher gef\u00fcllt, sodass der Kunde 24\/7 seine be\u00adn\u00f6\u00adtigte Prozess\u00adw\u00e4rme zur Verf\u00fcgung hat. Das ist eine Kombination, die heutzutage aus\u00adge\u00adsprochen interessant ist. Man elektri\u00adfi\u00adziert, aber zu Betriebs\u00adkosten, die g\u00fcnstiger sind als mit fossilen Brennstoffen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Und was ist mit Vermarktung als Regelenergie?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Also von den Eckdaten der Anlage her ist es auf jeden Fall denkbar, negative Regelenergie zur Verf\u00fcgung zu stellen. Die technischen Daten, die Reaktionszeit, das passt alles. Wenn ein Unternehmen daf\u00fcr die Voraussetzungen hat, dann sollte es das definitiv machen, um die Renta\u00adbi\u00adlit\u00e4t zu erh\u00f6hen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Und wo sind die Grenzen bei der industriellen Anwendung, was leisten die Anlagen derzeit noch nicht?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dort wo Kohlenstoff oder ein Prozessgas ben\u00f6tigt wird, kann die Technik nicht mithalten: Etwa in der Stahl\u00aderzeugung, wo Erdgas nicht nur als Prozessw\u00e4rme, sondern als Prozess\u00adgas gebraucht wird, um die Re\u00adduzierung des Eisens anzuschlie\u00dfen. Da k\u00f6nnen wir nat\u00fcrlich mit warmer Luft nichts machen, da fehlen einfach die chemischen Elemente drin. Dort wird auch in Zukunft immer Wasser\u00adstoff von N\u00f6ten sein. Auch Kunden, die eigene Block\u00ad\u00adheiz\u00adkraft\u00adwerke haben, sind noch sehr schwierig f\u00fcr uns zu fassen. Es gibt zudem technische Grenzen: In der Pilotanlage haben wir Temperaturen von 1.100 \u00b0C erreicht. In der Stahlherstellung werden aber h\u00f6here Temperaturen ben\u00f6tigt. Und da stellt sich die Frage, wie weit sich das Temperatur\u00adniveau erh\u00f6hen l\u00e4sst. Je h\u00f6her die Temperaturen sind, umso h\u00f6her\u00adwertige Materialien muss ich einsetzen, umso teurer wird die Anlage \u2013 nicht linear, sondern exponentiell. Ob sich das rechnet, muss man dann sehen, denn wir haben sehr viele Industrie\u00adprozesse, die lediglich eine Prozess\u00adw\u00e4rme von ca. 300 \u00b0C bis\u00a0 350 \u00b0C ben\u00f6tigen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Was ist mit dem Raumbedarf?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ja, bisweilen gibt es Platzprobleme, vor allem wenn man Bestands\u00adanlagen elektri\u00adfizieren will. Wir bauen sehr kompakt, aber wenn ich eine Bestandsanlage mit zus\u00e4tz\u00adlichem Luft\u00aderhitzer plus Speicher ausstatte, wird es herausfordernd. Unsere 9 MW-Anlage ist 2 mal 10 Meter lang und hat einen Querschnitt von etwa 3 mal 3 Meter. Hinzu kommt jeweils eine 10 Meter langer Schaltschrank. Ich spreche insgesamt also von ca. 20 Metern Anlagen\u00adl\u00e4nge bei einem Querschnitt von 3 mal 3 Meter und noch mal 20 Meter Schaltschrank alleine f\u00fcr den Luft\u00ader\u00adhitzer und da kommt dann noch mal ent\u00adsprechende Speicher\u00adanlagen dazu. Das ist dann in Bestands\u00adanlagen nicht immer zu realisieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Und die bau- und industrierechtlichen Genehmigungsverfahren?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Genehmigungs\u00adrechtlich gibt es in der Regel \u00fcberhaupt keine Probleme: Wie eingangs gesagt, wir bauen im Endeffekt einen gro\u00dfen F\u00f6hn in Kombi\u00adnation mit einem Speicher. Da geht saubere Luft rein, es kommt saubere Luft wieder heraus. Kein Ver\u00adbrennungs\u00adprozess, kein Pyrolyse\u00adprozess, keine Emissionen. Es gibt auch keine gro\u00dfe Ger\u00e4usch\u00adentwicklung. Man kann so eine Power-to-Heat-Einheit gemeinsam mit dem Speicher direkt auf dem Betriebs\u00adgel\u00e4nde aufbauen. Von daher sind keine aufw\u00e4ndigen Genehmigungs\u00adverfahren zu bef\u00fcrchten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Welche Auswirkungen h\u00e4tten zuk\u00fcnftig variable Netzentgelte bzw. Stromtarife auf die Verbreitung dieser Anlagen?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Netzentgelte sind in Deutschland tats\u00e4chlich noch die gr\u00f6\u00dfte H\u00fcrde, die einen ver\u00adgleich\u00adbar wirtschaft\u00adlichem Betrieb wie bei Erdgas und anderen fossilen Brennstoffen im Weg stehen. Hilfreich w\u00e4ren variable Netzentgelte oder generell jegliche Netz\u00adentgelt\u00ad\u00adsyste\u00admatik, die den flexiblen Verbrauch f\u00f6rdert, damit die Industrie fl\u00e4chen\u00addeckend mit einer solchen Technik W\u00e4rme kosten\u00adg\u00fcnstig erzeugen kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>K\u00f6nnte der Staat noch mehr tun, damit die Technik mehr genutzt wird?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die CapEX-F\u00f6rderungen sind ein wichtiges Instrument, denn die Anschaffung so einer Anlage geht auch schnell ins Geld. Ich war die Tage auf einer Fach\u00adveran\u00adstaltung der Branche. Niemand bezweifelte dort, dass wir die ganze Trans\u00adformation, die Energie\u00adwende durchf\u00fchren m\u00fcssen. Aber wie ist es zu machen? Das ist die gro\u00dfe Frage. Technisch ist sehr viel m\u00f6glich, doch es kostet Geld. Die Energiewende kriegt man nicht umsonst. Der einzelne Unternehmer kann sie nicht bezahlen. F\u00fcr ein kleines, mittel\u00adst\u00e4ndisches Unternehmen sind die Investitionen f\u00fcr so eine Power-to-Heat-Einheit nat\u00fcrlich hoch, manchmal zu hoch. Da ist die Frage noch offen, was es da f\u00fcr F\u00f6rder\u00adm\u00f6glich\u00adkeiten gibt oder inwieweit Firmen unter\u00adst\u00fctzt werden, damit sie die Investition \u00fcberhaupt t\u00e4tigen k\u00f6nnen. \u2013 Politiker h\u00f6ren nat\u00fcrlich dauernd den Ruf nach mehr Geld. Aber so wie es aussieht, mit der aktuellen Regierung wird auf diesen Ruf durchaus reagiert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Was ist mit finanzieller Unterst\u00fctzung bei der Netz\u00adbereit\u00adstellung direkt am Standort des Industrie\u00adkunden?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch das muss. Da hat dann vielleicht ein Unternehmen ganz vorbildlich ein oder mehrere Windr\u00e4der, die stehen aber in drei Kilo\u00admeter Ent\u00adfernung. Und es kostet nat\u00fcrlich viel Geld, eine Kupfer\u00adleitung da hinzulegen. F\u00fcr solche F\u00e4lle muss viel besser gekl\u00e4rt werden, wer diese Kosten dann \u00fcbernimmt. Im Endeffekt m\u00fcssen wir immer als B\u00fcrger diese ganze Trans\u00adformation bezahlen. Doch es stellt sich die Frage: Bezahlt man es nachher \u00fcber die h\u00f6heren Produkt\u00adpreise oder \u00fcber h\u00f6here Steuern?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wie wird sich die Technik entwickeln, was denken Sie?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr uns geht es in Zukunft darum, dass wir die hervorragende Leistungsdichte, wie wir sie in der Pilot\u00adanlage erreichen, auch in den industriellen Ma\u00dfstab umsetzen k\u00f6nnen. Die Anlagen m\u00fcssen noch kompakter werden, wir m\u00fcssen die Leistungsdichte noch weiter er\u00adh\u00f6hen, sowohl in der Power-to-Heat-Anlage als auch im Speicher. Da sehen wir uns auf einem guten Weg. Beispiels\u00adweise sind wir jahr\u00adzehnte\u00adlang bei unseren W\u00e4rme\u00adbehandlungs\u00adanlagen mit 250 kW pro Kubikmeter gefahren, das war auch ausreichend. Jetzt in der Pilot\u00adanlage sind wir bei knapp einem MW pro Kubik\u00admeter, also bei Faktor 4 \u2013 und in der Industrie\u00adanlage haben wir 750 bis 800 kW pro Kubikmeter erreicht. Wobei nat\u00fcrlich irgendwann auch die physikalischen Grenzen erreicht sein werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Schauen wir mal in eine bessere Zukunft, das Energie\u00adsystem w\u00e4re voll\u00adst\u00e4ndig klimaneutral. Was w\u00e4re der Beitrag von Power-to-Heat in Kombination mit Speicher\u00ad\u00adtechnik? K\u00f6nnte das die Energie\u00adwende ernst\u00adhaft beschleunigen?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Heute haben wir bei der Energie\u00adbereit\u00adstellung gro\u00dfe \u00d6ltanks und wenn der Bedarf steigt, dann drehe ich am Ventil und lasse einfach mehr \u00d6l heraus. Diese Rolle wird der W\u00e4rme\u00adspeicher eines Tages auch mal haben. Auch das fossile System l\u00e4uft nicht ohne Zwischen\u00adspeicherung. Wir setzen gro\u00dfe Erdgas- und \u00d6lspeicher ein, um die Flexi\u00adbili\u00adsierung, die Industrie\u00adunter\u00adnehmen brauchen, zu erm\u00f6glichen. Diese Rolle wird der W\u00e4rme\u00adspeicher eines Tages auch mal haben. Es ist deutlich schwieriger mit erneuer\u00adbaren Energien, mit Strom aus Wind\u00adenergie oder Photo\u00advoltaik, die Flexi\u00adbilit\u00e4t dar\u00adzu\u00adstellen, die uns heute etwa Erdgas bietet. Die Erd\u00adgas\u00adleitung ist f\u00fcr den Kunden erstmal immer gef\u00fcllt. Wenn der statt 5 Stunden am Tag 10 Stunden am Tag produzieren will, ist das kein Problem. Mit einer Photovoltaik-Anlage ist das aber ein Problem. Wenn das Windrad stillsteht, dann steht es. In der Unter\u00ad\u00adst\u00fctzung von solchen Energie\u00admanagement\u00adsystemen kann nat\u00fcrlich die Kombination aus Power-to-Heat und Speicher sehr gute Dienste leisten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Weil es eine Kopplung zwischen Strom\u00adverteilung und Industrie\u00adw\u00e4rme netz\u00ad\u00addienlich erm\u00f6glicht. Ohne diese Technik wird es also nichts mit der Energiewende?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der gro\u00dfe Vorteil von kombinierten Power-to-Heat und W\u00e4rme\u00adspeicher\u00adanlagen ist die Flexi\u00adbi\u00adlit\u00e4t: Wir k\u00f6nnen damit Spitzen\u00adlasten abdecken, aber genauso gut Energie zur Verf\u00fcgung stellen, wenn \u2013 ein bisschen einfach gesagt \u2013 die Sonne nicht scheint. Die Technik kann einen gro\u00dfen Beitrag f\u00fcr die Strom\u00adnetze leisten um Spitzen\u00adlasten oder umgekehrt \u00fcber\u00adsch\u00fcssige Energie auf\u00adzu\u00adfangen. So k\u00f6nnen wir mehr Flexi\u00adbi\u00adlit\u00e4t er\u00adzielen, sodass dann auch immer mehr erneuer\u00adbare Energien dann wirk\u00adlich ein\u00adgesetzt werden k\u00f6nnen. Auch bei der Her\u00adstellung von Wasser\u00adstoff muss Energie ent\u00adsprechend flexibel zur Ver\u00adf\u00fcgung gestellt werden. Also ja, ohne Speicher und ohne Power-to-Heat k\u00f6nnte ein vollkommen klima\u00adneutrales Energie\u00adsystem eben \u00fcberhaupt nicht funk\u00adtionieren. Vor allem, weil es in der Industrie fl\u00e4chen\u00addeckend ein\u00adgesetzt werden kann.<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong><img decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-88257 size-full\" src=\"https:\/\/www.gallehr.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Profilbild-dah.jpg\" alt=\"\" width=\"235\" height=\"287\" \/><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Dr.-Ing. Christof Dahmen<\/strong><\/p>\n<p>Vice President Power-to-Heat bei Otto Junker Solutions GmbH<\/p>\n<p>Christof.Dahmen@otto-junker-solutions.com<\/p>\n<p>https:\/\/www.otto-junker-solutions.com\/de\/<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<h4 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt; color: #b01419;\">GALLEHR+PARTNER<sup>\u00ae<\/sup> unterst\u00fctzt Sie bei Bedarf bei der Begleitung von Transformations\u00adprojekten<\/span><\/h4>\n<p><span style=\"font-size: 12pt; color: #b01419;\">Unsere Unterst\u00fctzung im Einzelnen:<\/span><\/p>\n<ul>\n<li><span style=\"font-size: 12pt;\">Strategieberatung f\u00fcr energieintensive Industrie<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-size: 12pt;\">Techno-\u00f6konomische Beratung<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-size: 12pt;\">BMWE &#8211; Klimaschutzvertr\u00e4ge<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-size: 12pt;\">Transformationsplan nach Modul 4 EEW<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-size: 12pt;\">\u00d6konomische Vollkosten\u00adbewertung<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-size: 12pt;\">Energiemarkt\u00adprojektionen<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-size: 12pt;\">Projektmanagement inklusive Risiko- und Stakeholder\u00admanagement<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-size: 12pt;\">F\u00f6rdermittel\u00adbeantragung<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-size: 12pt;\">Energie\u00admanagement\u00adsystem \/ Umweltmanagementsysteme<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<hr \/>\n<p class=\"reader-text-block__heading2\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><strong>Bei weiteren <span style=\"color: #b01419;\">Fragen<\/span> stehen <a href=\"https:\/\/www.gallehr.de\/de\/team-gallehrpartner\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">wir <\/a><span style=\"color: #b01419;\">Ihnen<\/span> gerne direkt zur Verf\u00fcgung. <\/strong><a href=\"https:\/\/www.gallehr.de\/de\/kontakt\/\"><strong>Sprechen Sie uns gerne an.<\/strong><\/a><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt;\">GALLEHR+PARTNER<sup>\u00ae<\/sup> ist seit 2007 der erfahrene Lotse f\u00fcr die Wirtschaft auf dem Weg zur CO\u2082-Neutralit\u00e4t. Zu dem Kundenstamm von GALLEHR+PARTNER<sup>\u00ae<\/sup> geh\u00f6rt eine Vielzahl national und inter\u00adnational renommierter Unternehmen. Diese ber\u00e4t und unterst\u00fctzt GALLEHR+PARTNER<sup>\u00ae<\/sup> teilweise bis zur voll\u00adst\u00e4ndigen eigen\u00adverantwort\u00adlichen \u00dcber\u00adnahme relevanter Prozesse.<\/span><\/p>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row]<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[vc_row][vc_column width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text uncode_shortcode_id=&#8220;162781&#8243;] Ein Gespr\u00e4ch mit Christof Dahmen \u00fcber hei\u00dfe Luft, riesige F\u00f6ns und wie W\u00e4rme\u00adspeicher eine Elektri\u00adfi\u00adzierung mit niedrigen [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":21,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[832,180,178],"tags":[764,866,867,868,185,694],"class_list":["post-88256","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-transformationsbegleitung","category-news","category-archiv","tag-dekarbonisierung","tag-waermespeicher","tag-power-to-heat","tag-thermische-prozesse","tag-industrie","tag-energieversorgung"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.gallehr.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/88256","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.gallehr.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.gallehr.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gallehr.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/21"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gallehr.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=88256"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.gallehr.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/88256\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.gallehr.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=88256"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gallehr.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=88256"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gallehr.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=88256"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}