{"id":85354,"date":"2022-04-05T15:38:20","date_gmt":"2022-04-05T13:38:20","guid":{"rendered":"https:\/\/hostsharing.gallehr.de\/?p=85354"},"modified":"2022-04-05T15:38:20","modified_gmt":"2022-04-05T13:38:20","slug":"eu-rat-winkt-cbam-durch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gallehr.de\/de\/eu-rat-winkt-cbam-durch\/","title":{"rendered":"EU Rat winkt CBAM durch"},"content":{"rendered":"<h1><strong>Der Grenzausgleichsmechanismus f\u00fcr CO<sub>2 <\/sub>(CBAM) <\/strong><\/h1>\n<h2><strong>Weg frei f\u00fcr CBAM<\/strong><\/h2>\n<p>Am 15. M\u00e4rz 2022 nahm der der Rat \u201eWirtschaft und Finanzen\u201c <a href=\"https:\/\/www.consilium.europa.eu\/de\/council-eu\/configurations\/ecofin\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">(ECOFIN-Rat<\/a>) mit gro\u00dfer Mehrheit den <a href=\"https:\/\/data.consilium.europa.eu\/doc\/document\/ST-10871-2021-INIT\/de\/pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Verordnungsentwurf des CO<sub>2 <\/sub>Grenzausgleichsmechanismus (Carbon Border Adjustment Mechanism, CBAM)<\/a> an, das als neues Schl\u00fcsselelement des \u201e<a href=\"https:\/\/www.consilium.europa.eu\/de\/policies\/green-deal\/fit-for-55-the-eu-plan-for-a-green-transition\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">fit for 55 Pakets<\/a>&#8220; im Kontext des Europ\u00e4ischen Emissionshandelssystems gilt. Mit der Zustimmung der Finanzminister steht der EU in naher Zukunft (2026) ein weiteres klimapolitisches System zur Erreichung der Klimaziele (des <a href=\"https:\/\/www.consilium.europa.eu\/de\/policies\/green-deal\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Green Deals<\/a>) zur Verf\u00fcgung, das parallel zum <a href=\"https:\/\/www.umweltbundesamt.de\/daten\/klima\/der-europaeische-emissionshandel#teilnehmer-prinzip-und-umsetzung-des-europaischen-emissionshandels\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Europ\u00e4ischen Emissionshandelssystem (EU-ETS)<\/a> wirken soll. Das in den Entscheidungsprozess einbezogene <a href=\"https:\/\/www.bundesregierung.de\/breg-de\/themen\/europa\/wie-funktioniert-europa\/das-europaeische-parlament\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Europaparlament<\/a> stimmt im Plenum im Juni 2022 \u00fcber das Vorhaben ab.<\/p>\n<h2><strong>Was ist CBAM?<\/strong><\/h2>\n<p>Mit Hilfe des CO<sub>2<\/sub> Grenzausgleichsmechanismus CBAM sollen ab 2026 EU-weit Abgaben auf diverse G\u00fcter erhoben werden, deren Produktion in <a href=\"https:\/\/www.juraforum.de\/lexikon\/drittstaat\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">EU-Drittstaaten<\/a> CO<sub>2<\/sub> Emissionen verursacht. Ziel des Systems ist es, Kostennachteile von Firmen auszugleichen, die in der EU einer CO<sub>2<\/sub> Bepreisung unterliegen und im Vergleich zu Produzenten im EU-Ausland mit weniger strengen Klimaschutzauflagen konkurrieren m\u00fcssen. Damit soll der \u201e<a href=\"https:\/\/www.eha.net\/blog\/details\/carbon-leakage-was-ist-das.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Carbon Leakage<\/a>\u201c Problematik\u00a0entgegengewirkt werden: der Wettbewerbsverzerrung bei der Einfuhr von CO<sub>2<\/sub> intensiven Erzeugnissen und daraus resultierenden Produktionsverlagerungen in Drittstaaten ohne oder mit niedrigerer CO<sub>2<\/sub>-Bepreisung.<\/p>\n<h2><strong>Wer ist davon betroffen?<\/strong><\/h2>\n<p>Direkt betroffen sind vom CBAM vorerst nur Importeure in der EU, welche folgende <a href=\"https:\/\/data.consilium.europa.eu\/doc\/document\/ST-7226-2022-INIT\/de\/pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Grundstoffgruppen (siehe S.76-86)<\/a> (Produkte) aus dem EU Ausland beziehen:\u00a0 Zement, Eisen, Stahl, Aluminium, D\u00fcngemittel und Strom.<\/p>\n<p>Bis zum Ende der \u00dcbergangsphase wird die <a href=\"https:\/\/www.bundesregierung.de\/breg-de\/themen\/europa\/wie-funktioniert-europa\/die-europaeische-kommission\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">EU Kommission<\/a> den CBAM Erfolg evaluieren und entscheiden, ob der Anwendungsbereich auf weitere Produkte und Dienstleistungen (auch entlang der Wertsch\u00f6pfungskette) ausgeweitet werden wird.<\/p>\n<h2><strong>Welche Auswirkungen wird der CABM auf die kostenlose Zuteilung der EU-ETS Zertifikate haben?<\/strong><\/h2>\n<p>CBAM wird voraussichtlich weitreichende Auswirkungen auf die kostenlose Zuteilung der <a href=\"https:\/\/www.umweltbundesamt.de\/daten\/klima\/der-europaeische-emissionshandel#teilnehmer-prinzip-und-umsetzung-des-europaischen-emissionshandels\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">EU-ETS<\/a> Zertifikate haben. Das Grenzausgleichssystem soll als Mechanismus zur Vermeidung von \u201eCarbon Leakage\u201c ab 2035 die kostenlose Zuteilung der EU-ETS Zertifikate vollst\u00e4ndig ersetzen. Die kostenlose Zuteilung f\u00fcr die betroffenen Sektoren wird mit Einf\u00fchrung der CBAM ab 2026 wahrscheinlich deutlich st\u00e4rker reduziert als bisher geplant. Es gibt demgem\u00e4\u00df einen engen Zusammenhang mit dem EU-ETS. Eine endg\u00fcltige Einigung \u00fcber die Reduktion der freien Zuteilung im Europ\u00e4ischen Emissionshandel gibt es aber noch nicht, da diese im Rahmen einer Reform des Europ\u00e4ischen Emissionshandelssystems gekl\u00e4rt werden m\u00fcsste.<\/p>\n<p>Kleinere, nicht im EU-ETS regulierte Hersteller der betroffenen Produkte in der EU haben durch CBAM eventuell zuk\u00fcnftig (vor\u00fcbergehend) sogar einen Wettbewerbsvorteil.<\/p>\n<h2><strong>Was kommt auf die Betroffenen zu?<\/strong><\/h2>\n<p>Die vom CBAM betroffenen Importeure m\u00fcssen sich bei den nationalen Beh\u00f6rden registrieren lassen, von denen sie auch die CBAM Zertifikate erwerben. Diese genehmigen die Registrierung, pr\u00fcfen und verifizieren die Erkl\u00e4rungen der Anmelder. Allerdings ist eine st\u00e4rkere Zentralisierung des Systems vorgesehen, einschlie\u00dflich der Schaffung eines neuen Registers f\u00fcr Importeure auf EU-Ebene.<\/p>\n<p>Lieferungen unter 150 Euro sind vom Mechanismus nicht betroffen, da sie unter dem beschlossenen Mindestschwellenwert liegen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_85385\" aria-describedby=\"caption-attachment-85385\" style=\"width: 840px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-85385 size-large\" src=\"https:\/\/www.gallehr.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/CBAM-3-5-1024x575.png\" alt=\"Funktionsweise CBAM, CBAM Anmelder, CBAM Importeur, CBAM Pr\u00fcfstelle, CBAM Verifizierung, CBAM Abgabe, CBAM Beh\u00f6rde, CBAM Registrierung, CBAM Zertifikatkauf\" width=\"840\" height=\"472\" srcset=\"https:\/\/www.gallehr.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/CBAM-3-5-1024x575.png 1024w, https:\/\/www.gallehr.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/CBAM-3-5-300x168.png 300w, https:\/\/www.gallehr.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/CBAM-3-5-768x431.png 768w, https:\/\/www.gallehr.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/CBAM-3-5-1536x863.png 1536w, https:\/\/www.gallehr.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/CBAM-3-5.png 1820w\" sizes=\"(max-width: 840px) 100vw, 840px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-85385\" class=\"wp-caption-text\">Funktionsweise des CBAMs<\/figcaption><\/figure>\n<h2><strong>Wann tritt die Regelung in Kraft?<\/strong><\/h2>\n<p>In einer \u00dcbergangsphase gilt ab dem 1. Januar 2023 bis Ende 2025 f\u00fcr die oben angef\u00fchrten (CO<sub>2<\/sub> intensiven) Grundstoffe eine Meldepflicht f\u00fcr die Importeure, ohne dass eine finanzielle Abgabe geleistet werden muss.<\/p>\n<p>Ab 2026 wird mit dem &#8222;Scharfstellen&#8220; des Mechanismus eine Abgabe auf direkte Emissionen (unmittelbar w\u00e4hrend des Herstellungsprozess freigesetzt) der vom CBAM erfassten Importg\u00fcter f\u00e4llig.<\/p>\n<h2><strong>Welche Angaben muss der CBAM Bericht enthalten? <\/strong><\/h2>\n<p>Nach der <a href=\"https:\/\/data.consilium.europa.eu\/doc\/document\/ST-7226-2022-INIT\/de\/pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">CBAM Verordnung vom\u00a0 15. M\u00e4rz 2022<\/a> hat jeder Importeur der Kommission f\u00fcr das jeweilige Quartal sp\u00e4testens einen Monat nach Quartalsende einen Bericht \u00fcber die im Vorquartal eingef\u00fchrten Waren mit folgenden Informationen zu \u00fcbermitteln:<\/p>\n<ul>\n<li>Gesamtmenge jeder Warenart in Megawattstunden bei Strom und in Tonnen bei anderen Waren, aufgeschl\u00fcsselt nach den Anlagen, die die Waren im Ursprungsland herstellen;<\/li>\n<li>tats\u00e4chliche gesamte graue (direkte, herstellungsbedingte) Emissionen in Tonnen CO<sub>2<\/sub>-Emissionen pro Megawattstunde Strom oder, bei anderen Waren, in Tonnen CO<sub>2<\/sub>-Emissionen pro Tonne jeder Warenart;<\/li>\n<li>gesamte indirekte Emissionen in der Einheit im Einklang mit dem in einem Durchf\u00fchrungsrechtsakt beschriebenen Verfahren;<\/li>\n<li>CO<sub>2<\/sub>-Preis, der in einem Ursprungsland f\u00fcr die mit den eingef\u00fchrten Waren verbundenen grauen Emissionen entrichtet werden muss.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Ermittelt werden die grauen Emissionen der Importg\u00fcter auf der Grundlage der direkten Emissionen nach festgelegten Verfahren. Sie m\u00fcssen den EU Importeuren von den Herstellern au\u00dferhalb der EU mitgeteilt werden. Da es sich bei vielen Importg\u00fctern nur schwer oder mit gro\u00dfem Aufwand die genauen CO<sub>2<\/sub> Emissionen erfassen lassen, wird der Aussto\u00df bei Informationsmangel (durch den Hersteller) anhand von Standardwerten (Benchmarks) ermittelt. Die Messbarkeit der tats\u00e4chlichen CO<sub>2<\/sub> Belastung variiert zum Teil stark nach Branche.<\/p>\n<h2><strong>Wer treibt CBAM-Abgabe ein und \u00fcberpr\u00fcft CO<sub>2<\/sub> Angaben?<\/strong><\/h2>\n<p>Die Verifizierung dieser Standardwerte sowie der festgelegten Verfahren obliegen der zust\u00e4ndigen nationalen Beh\u00f6rde. Naheliegend scheint aus Sicht von GALLEHR+PARTNER<sup>\u00ae<\/sup>, dass entweder die <a href=\"https:\/\/www.dehst.de\/DE\/startseite\/startseite-node.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Deutsche Emissionshandelsstelle (DEHSt)<\/a> beziehungsweise das <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hauptzollamt\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Hauptzollamt<\/a> in Deutschland zust\u00e4ndig sein werden.<\/p>\n<p>In einer Grenzausgleichserkl\u00e4rung m\u00fcssen die vom CBAM betroffenen EU Importeure ab 2026 jeweils bis zum 31. Mai jeden Jahres die Menge der im Vorjahr in die EU eingef\u00fchrten Waren und die darin enthaltenen Emissionen melden.<\/p>\n<h2><strong>Welche Angaben muss die CBAM Erkl\u00e4rung enthalten und wo muss sie eingereicht werden?<\/strong><\/h2>\n<ul>\n<li>die Gesamtmenge jeder im vorausgehenden Kalenderjahr eingef\u00fchrten Warenart in Megawattstunden bei Strom und in Tonnen bei anderen Waren;<\/li>\n<li>gesamte graue Emissionen dieser Waren in Tonnen CO<sub>2<\/sub>-Emissionen pro Megawattstunde Strom oder, bei anderen Waren, in Tonnen CO<sub>2<\/sub>-Emissionen pro Tonne jeder Warenart;<\/li>\n<li>die Gesamtzahl der den grauen Gesamtemissionen entsprechenden CBAM-Zertifikate, die abgegeben werden m\u00fcssen, nach Minderung aufgrund des in einem Ursprungsland gezahlten CO<sub>2<\/sub>-Preises und nach der erforderlichen Anpassung, die dem Umfang, in dem EU-ETS-Zertifikate kostenlos zugeteilt werden, entspricht.<\/li>\n<li>Sie muss beim (noch einzurichtenden) Zentralregister eingereicht werden.<\/li>\n<\/ul>\n<p><a href=\"https:\/\/data.consilium.europa.eu\/doc\/document\/ST-7226-2022-INIT\/de\/pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">CBAM Verordnung 15. M\u00e4rz 2022 S.38<\/a><\/p>\n<p>Die zust\u00e4ndige Beh\u00f6rde des Mitgliedstaats kann eine CBAM-Erkl\u00e4rung innerhalb des Zeitraums \u00fcberpr\u00fcfen, der mit dem vierten Jahr nach dem Jahr endet, in dem die Erkl\u00e4rung h\u00e4tte vorgelegt werden m\u00fcssen. Die \u00dcberpr\u00fcfung kann darin bestehen, die in der CBAM-Erkl\u00e4rung enthaltenen Angaben auf der Grundlage der von den Zollbeh\u00f6rden \u00fcbermittelten Informationen und sonstiger einschl\u00e4giger Nachweise zu pr\u00fcfen.<\/p>\n<p>Der Importeur gibt gleichzeitig die Anzahl an CBAM Zertifikaten ab, die der Emissionsmenge seiner Erzeugnisse entspricht.<\/p>\n<p>(<a href=\"https:\/\/ec.europa.eu\/commission\/presscorner\/api\/files\/attachment\/869376\/CBAM_factsheet.pdf.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/ec.europa.eu\/commission\/presscorner\/api\/files\/attachment\/869376\/CBAM_factsheet.pdf.pdf<\/a>)<\/p>\n<p>Die indirekten Emissionen (Emissionen, die bei Abbau, Aufbereitung der Ausgangsmaterialien anfallen sowie die Strom-, W\u00e4rme- oder Gaserzeugung, die f\u00fcr den Produktionsprozess notwendig sind) werden in der aktuellen CBAM Verordnung nicht erfasst\/nicht mit berechnet, stehen aber f\u00fcr zuk\u00fcnftige Revisionen des CBAM in der Diskussion\/Pr\u00fcfung.<\/p>\n<p>Die Importeure haben laut <a href=\"https:\/\/ec.europa.eu\/commission\/presscorner\/detail\/de\/qanda_21_3661\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">FAQ der EU Kommissions<\/a> jedoch die M\u00f6glichkeit, in einem Abgleichverfahren die tats\u00e4chlichen Emissionen nachzuweisen und die entsprechende Zahl von CBAM-Zertifikaten abzugeben.<\/p>\n<h2><strong>Wie hoch wird die CBAM-Abgabe sein?<\/strong><\/h2>\n<p>Laut des vom ECOFIN-Rat gebilligten Kommissionsvorschlags w\u00fcrde sich die H\u00f6he der CBAM-Abgabe aus der CO<sub>2<\/sub> Intensit\u00e4t des betroffenen Produktes und dem durchschnittlichen EU-ETS Preis ergeben. Somit orientiert sich der Preis der CBAM-Abgaben am EU-ETS Markt, besitzt jedoch im Unterschied zu jenem keine Deckelung (Cap) (Obergrenze der Zertifikate). Es handelt sich somit quasi um ein fiktives ETS, bei dem die Importe nicht mit der heimischen Produktion um die gleiche begrenzte Menge an Zertifikaten konkurrieren.<\/p>\n<p>Es stellt sich auch die Frage, ob im Zuge der CBAM-Verordnung EU-Exporteure von im Vergleich zu EU-Drittstaaten h\u00f6heren CO<sub>2<\/sub> Abgaben entlastet werden, um deren Wettbewerbsnachteilen im Export st\u00e4rker zu begegnen. Dies w\u00e4re im Einklang mit der konsequenten Umsetzung des Bestimmungslandprinzips: CO<sub>2<\/sub> Bepreisung im jeweiligen Land des Konsums. Laut ECOFIN-Rat soll die Europ\u00e4ische Kommission allerdings bisher nur im Jahr 2026 die Auswirkungen des CBAM auf Exporte in Drittl\u00e4nder bewerten.<\/p>\n<h2><strong>Ist eine Entlastung f\u00fcr kleinere Unternehmen vorgesehen?<\/strong><\/h2>\n<p>Es soll gepr\u00fcft werden, welche (spezifischen) Ausnahme- und Unterst\u00fctzungsregelungen speziell f\u00fcr kleine und mittlere Unternehmen zur Reduktion des Verwaltungsaufwands (als Folge der komlexen Umsetzung des CBAM) integriert werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<h2><strong>Was k\u00f6nnen Unternehmen tun um die Belastung zu reduzieren?<\/strong><\/h2>\n<h3><strong>Direkt betroffene Importeure:<\/strong><\/h3>\n<p>F\u00fcr die Importeure wird die <a href=\"https:\/\/www.epa.gov\/climateleadership\/scope-1-and-scope-2-inventory-guidance\">Scope 1<\/a>-Treibhausgasintensit\u00e4t \u00a0(umfasst die direkte Freisetzung klimasch\u00e4dlicher Gase im eigenen Unternehmen) nach Einf\u00fchrung der CBAM ein wichtiges Auswahlkriterium. Die Gesamtimportkosten werden geringer, je weniger Scope 1 Treibhausgasemissionen das zu importierende Produkt bei der Herstellung verursacht hat.<\/p>\n<p>Die M\u00f6glichkeit kleinerer Bestellmengen, um den Mindestschwellenwert von 150 Euro nicht zu \u00fcberschreiten, d\u00fcrfte in den meisten Unternehmen eine unrealistische Option darstellen (Liefervertr\u00e4ge, Mengenrabatte, Betrug).<\/p>\n<h3><strong>Unter EU-ETS regulierte Unternehmen:<\/strong><\/h3>\n<p>Handlungsinstrument ist die <a href=\"https:\/\/www.gallehr.de\/leistungen\/klima-und-csr-strategie\/\">Dekarbonisierung der eigenen Produktion<\/a> (Emissionsreduktion des Produktionsprozesses).<\/p>\n<h2><strong>Kann ich meine Mehrkosten als Produzent weitergeben?<\/strong><\/h2>\n<p>Laut <a href=\"https:\/\/www.iwkoeln.de\/fileadmin\/user_upload\/Studien\/policy_papers\/PDF\/2021\/IW-Policy-Paper_2021_Carbon-Border-Adjustment.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Institut der Deutschen Wirtschaft<\/a> ist die \u00dcberw\u00e4lzbarkeit der CO<sub>2<\/sub> Kosten abh\u00e4ngig von der jeweiligen Marktkonstellation. Eine Weitergabe der CO<sub>2<\/sub>-Kosten ist beispielsweise f\u00fcr standardisierte Produkte wie Langstahl und Baust\u00e4hle (viele Anbieter) im internationalen Wettbewerb weitaus weniger wahrscheinlich als f\u00fcr hochqualitative Stahlprodukte (wenige Anbieter).<\/p>\n<p>Zuk\u00fcnftig k\u00f6nnen europ\u00e4ische Grundstoffnachfrager durch CBAM nicht mehr auf Zulieferer aus Drittl\u00e4ndern ohne CO<sub>2<\/sub>-Kosten zur\u00fcckgreifen, was ihre Marktmacht als Nachfrager senkt. Europ\u00e4ische Grundstoffproduzenten, die in den EU-ETS einbezogen sind und infolgedessen CO<sub>2<\/sub>-Kosten zu tragen haben, werden durch CBAM und die Reduktion der <a href=\"https:\/\/www.dehst.de\/DE\/Europaeischer-Emissionshandel\/Anlagenbetreiber\/2021-2030\/Zuteilung-2021-2030\/zuteilung-2021-2030_node.html;jsessionid=E3323B017AA8989AC3F21F7411B2E91E.2_cid284#doc12141668\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">freien Zertifikatszuteilung<\/a> in ihrer Marktmacht gest\u00e4rkt, da es beim Absatz in der EU kaum noch Konkurrenten ohne CO<sub>2<\/sub>-Kosten gibt. Die Mehrkosten d\u00fcrften daher weitgehend weitergegeben werden k\u00f6nnen. Anders sieht die Situation allerdings beim Export in Drittstaaten aus. Hier sind die europ\u00e4ischen Produzenten weiterhin der Konkurrenz von Unternehmen mit geringen oder gar keinen CO<sub>2<\/sub>-Kosten ausgesetzt.<\/p>\n<h2><strong>Gewinner und Verlierer<\/strong><\/h2>\n<p>Europ\u00e4ische Unternehmen, die im EU-Inland mit einem geringen Anteil importierter Grundstoffe produzieren und gleichzeitig <a href=\"https:\/\/www.umweltbundesamt.de\/daten\/klima\/der-europaeische-emissionshandel#teilnehmer-prinzip-und-umsetzung-des-europaischen-emissionshandels\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">EU-ETS<\/a> bedingte Kosten zu tragen haben, k\u00f6nnten (CBAM-bedingt) durch steigende Inlands- und Exportpreise profitieren und ihre Marktanteile im Vergleich zu anderen st\u00e4rker vom CBAM betroffenen Konkurrenten erh\u00f6hen.<\/p>\n<p>Die deutsche Exportwirtschaft k\u00f6nnte aber durch ihre hohe Abh\u00e4ngigkeit von <a href=\"https:\/\/data.consilium.europa.eu\/doc\/document\/ST-7226-2022-INIT\/de\/pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">importierten Grundstoffen<\/a> durch die CBAM eine Mehrkostenbelastung erfahren und in wichtigen Exportm\u00e4rkten mit einem niedrigem C0<sub>2<\/sub>-Bepreisungsniveau (z.B. Indien, China) Wettbewerbsnachteile erleiden, sofern nicht an das CO<sub>2 <\/sub>Preisniveau des Ziellandes angeglichen wird.<\/p>\n<p>Da der geplante Wegfall der kostenlosen Zuteilung von Emissionsrechten als Anreiz f\u00fcr Investitionen in emissionsarme Technologien in Punkto Wettbewerbsf\u00e4higkeit nicht ausreichen d\u00fcrfte, stehen F\u00f6rderinstrumente und -ma\u00dfnahmen f\u00fcr (Sprung)innovationen (z.B. der <a href=\"https:\/\/www.bmwi-energiewende.de\/EWD\/Redaktion\/Newsletter\/2020\/12\/Meldung\/direkt-erklaert.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">CCfD<\/a>), die im Rechtsrahmen des Carbon Leakage Schutzes vorgesehen sind, in der Diskussion. Sie sollen aus den CBAM-Einnahmen finanziert werden.<\/p>\n<figure id=\"attachment_85366\" aria-describedby=\"caption-attachment-85366\" style=\"width: 645px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/www.iwkoeln.de\/studien\/galina-kolev-roland-kube-thilo-schaefer-motivation-ausgestaltung-und-wirtschaftliche-implikationen-eines-co2-grenzausgleichs-in-der-eu.html\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-85366 size-full\" src=\"https:\/\/www.gallehr.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/CBAM-1.png\" alt=\"CBAM Auswirkung auf Export, CBAM Auswirkung auf Handel, CBAM Stahlbranche\" width=\"645\" height=\"385\" srcset=\"https:\/\/www.gallehr.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/CBAM-1.png 645w, https:\/\/www.gallehr.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/CBAM-1-300x179.png 300w\" sizes=\"(max-width: 645px) 100vw, 645px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-85366\" class=\"wp-caption-text\">Handel der EU mit Eisen und Stahl<\/figcaption><\/figure>\n<h2>Bei weiteren Fragen rund um das Thema CO<sub>2<\/sub> Grenzausgleichmechanismus bzw. CBAM\u00a0 <strong><a href=\"https:\/\/www.gallehr.de\/kontakt\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">sprechen Sie uns sehr gerne an<\/a>.<\/strong><\/h2>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Grenzausgleichsmechanismus f\u00fcr CO2 (CBAM) Weg frei f\u00fcr CBAM Am 15. M\u00e4rz 2022 nahm der der Rat \u201eWirtschaft und Finanzen\u201c [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[180,178],"tags":[],"class_list":["post-85354","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-news","category-archiv"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.gallehr.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/85354","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.gallehr.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.gallehr.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gallehr.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gallehr.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=85354"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.gallehr.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/85354\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.gallehr.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=85354"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gallehr.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=85354"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gallehr.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=85354"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}